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Dialogic hat für das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur (LVVN) eine periodische Berichterstattung über die Agrar- und Gartenbaupolitik für den Zeitraum 2019-2024 durchgeführt. In dieser periodischen Berichterstattung steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit die Politik zu einem widerstandsfähigen, belastbaren und sicheren Agrar- und Gartenbau- sowie Ernährungssystem beigetragen hat. Dabei wurden die Wirksamkeit und Effizienz der Politik und der eingesetzten Instrumente untersucht. Die Evaluation konzentriert sich auf Artikel 21 des Haushaltsplans von LVVN sowie auf die Bestandteile von Artikel 24, die dieses Politikfeld unterstützen.
Die Agrar- und Gartenbaupolitik verfolgt ein breites zentrales Ziel. LVVN strebt nach einem widerstandsfähigen, belastbaren und sicheren Agrar- und Gartenbau- sowie Ernährungssystem, das international wettbewerbsfähig ist, unter Berücksichtigung des Tierschutzes, in dem sorgsam mit natürlichen Ressourcen umgegangen wird und Erträge sowie Restströme so effizient und hochwertig wie möglich (wieder)verwendet werden. Innerhalb dieses zentralen Ziels wurden acht Unterziele formuliert:
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger Agrarwertschöpfungsketten.
- Förderung der Ernährungssicherheit weltweit.
- Gewährleistung der Lebensmittel- und -qualität.
- Steigerung der gesellschaftlichen Wertschätzung für Landwirtschaft/Ernährung.
- Nachhaltige Gestaltung von Produktion und Konsum (durch Kreislaufwirtschaft).
- Förderung der Pflanzengesundheit.
- Förderung der Tiergesundheit.
- Förderung des Tierschutzes.
Um diese Ziele zu erreichen, setzt das Ministerium eine umfangreiche Politikmischung ein. Insgesamt wurden 104 Instrumente identifiziert, von denen 46 als fördernd (u.a. Subventionen, Garantien, Darlehen) eingestuft sind, 26 als normsetzend (u.a. Durchsetzungs- und Überwachungsorganisationen) und 17 als Wissensverbreitung (u.a. Monitore). Die restlichen 15 Instrumente sind eine Kombination der drei genannten Kategorien. Die meisten Instrumente zielen primär auf das Unterziel der nachhaltigen Gestaltung von Produktion und Konsum ab, sowohl in Anzahl (38 % des Gesamts) als auch finanziell (46 % des Gesamts).
Effektivität und Effizienz
Die Berichterstattung kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit der Politikmischung überwiegend gegeben und nachweisbar ist. Die verfügbaren Bewertungen bieten eine ausreichende Grundlage für eine positive, indikative Aussage über den Beitrag der Politik. Die Politikmischung trägt vor allem zu einem widerstandsfähigen, belastbaren und sicheren Agrar- und Gartenbau- sowie Ernährungssystem bei, das international wettbewerbsfähig ist und auf den Tierschutz achtet. Der Beitrag zum sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen und zur effizienten und hochwertigen Nutzung von Erträgen und Restströmen ist begrenzter. Auch die kleine Effizienz, die Effizienz der Instrumentenumsetzung, wird überwiegend positiv beurteilt. Viele Maßnahmen haben vergleichsweise niedrige Umsetzungskosten. Die Bewertung der großen Effizienz (die Kosten eines Instruments im Verhältnis zu den gesellschaftlichen Erträgen dieses Instruments) ist moderat positiv.
Gleichzeitig variiert die Bewertung je nach Unterziel. Für die Politik im Bereich Lebensmittel- und -qualität, Pflanzengesundheit, Tiergesundheit und Tierschutz wird die große Effizienz positiv bewertet. Für das Unterziel der nachhaltigen Gestaltung von Produktion und Konsum ist das Bild gemischter. Dieses Unterziel umfasst eine sehr breite und vielfältige Instrumentensammlung, wodurch es schwieriger ist zu bestimmen, wie effizient die Politikmischung insgesamt ist. Für das Unterziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger Agrarwertschöpfungsketten ist die Bewertung negativ. Dies liegt insbesondere an zwei steuerlichen Regelungen, der landwirtschaftlichen Befreiung und dem reduzierten Mehrwertsteuersatz für Zierpflanzenbau. Diese Regelungen haben eine hohe Budgetrelevanz und schneiden bei der großen Effizienz negativ ab.
Empfehlungen
Basierend auf der Evaluation enthält die Berichterstattung verschiedene Empfehlungen. Eine wichtige Empfehlung ist es, Politikinstrumente mit einer negativen Bewertung der großen Effizienz zu überdenken, anzupassen oder abzuschaffen. Dadurch kann die Politikmischung effizienter gestaltet und Mittel können möglicherweise effektiver für andere Herausforderungen im Agrar- und Gartenbau eingesetzt werden. Darüber hinaus empfiehlt die Berichterstattung, die Beziehung zwischen dem zentralen Ziel und den Unterzielen zu klären. Einige Unterziele, wie weltweite Ernährungssicherheit und gesellschaftliche Anerkennung von Landwirtschaft und Ernährung, finden sich nicht klar im übergeordneten Ziel wieder. Auch ist die Rolle von LVVN bei diesen Unterzielen relativ begrenzt oder das Instrumentarium ist von begrenztem Umfang.
Die Berichterstattung weist auch auf die Bedeutung besserer Indikatoren hin. Für das zentrale Ziel fehlen derzeit Indikatoren und Zielwerte, und auch die Abdeckung von Indikatoren für die Unterziele ist nicht vollständig. Bessere Indikatoren sind erforderlich, um Fortschritte und Wirksamkeit in Zukunft gezielter überwachen zu können.
Abschließend enthält die Berichterstattung Politikoptionen für den kommenden Zeitraum. Für zukünftige Evaluierungen wird vorgeschlagen, einen klaren Evaluierungsrahmen festzulegen, damit Evaluierungen einzelner Politikinstrumente besser auf eine nächste periodische Berichterstattung abgestimmt sind. Angesichts der großen Herausforderungen, denen sich der Sektor gegenübersieht, wird empfohlen, bei Entscheidungen auch zu prüfen, ob freiwerdende Mittel erneut für Maßnahmen eingesetzt werden können, die zur weiteren Entwicklung und Nachhaltigkeit im Agrar- und Gartenbau beitragen.
Berichterstattung und Fortsetzung
Am 10. Juli 2026 hat die Regierung auf die periodische Berichterstattung über die Agrar- und Gartenbaupolitik reagiert. Die politische Reaktion finden Sie hier. Den vollständigen Bericht und die unten stehende Infografik zu den Ergebnissen der periodischen Berichterstattung finden Sie am Ende dieses Beitrags unter dem Download-Button (neben dem Team).



