1.7.2026

Chancenreiches Innovationszentrum mit gesellschaftlichem Impactauftrag

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Wie kann Chip-Technologie, Sensoren und digitale Anwendungen dazu beitragen, Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Umwelt zu schaffen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des OnePlanet Research Center. Seit 2019 arbeitet OnePlanet von Wageningen und Nijmegen aus an technologischen Innovationen mit klaren gesellschaftlichen Aufträgen. Im Auftrag der Provinz Gelderland hat Dialogic eine Wirkungsevaluation von OnePlanet durchgeführt. Dabei betrachteten wir sowohl die Entwicklung von OnePlanet als Innovationszentrum als auch die bereits sichtbaren oder vernünftigerweise zu erwartenden gesellschaftlichen Auswirkungen. OnePlanet entstand 2019 als Kooperation zwischen imec, der Radboud Universität, dem Radboudumc und der Wageningen University & Research. Die Stärke des Zentrums liegt in der Kombination von technologischer Expertise im Bereich Mikrochips und Sensoren mit Fachwissen in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Umwelt. So konzentriert sich OnePlanet auf Anwendungen wie intelligente Messgeräte, digitales Monitoring und neue Formen datengetriebener Innovation. Seit Beginn spielte die Provinz Gelderland eine wichtige Rolle in der Entwicklung von OnePlanet. Für den Programmzeitraum von 2019–2027 stellte die Provinz eine Subvention in Höhe von bis zu €65 Millionen bereit. Dieser erhebliche finanzielle Beitrag sollte zudem als Hebel für zusätzliche Einnahmen aus öffentlich-privaten Partnerschaften, industrieller Zusammenarbeit, Projekten des Nationalen Wachstumsfonds und Forschungsförderung dienen. Das angestrebte Gesamtbudget von OnePlanet für diesen Zeitraum beläuft sich auf über €137 Millionen.

Von Ambition zu Innovationszentrum

In etwas mehr als sechs Jahren hat sich OnePlanet zu einem erkennbaren Innovationszentrum für Chip- und digitale Technologien in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Umwelt entwickelt. Ende 2024 beschäftigte OnePlanet 121 Vollzeitäquivalente, erwirtschaftete einen Jahresumsatz von rund €21 Millionen und verfügte über ein großes Netzwerk an Kooperationspartnern. Das Zentrum arbeitet in drei Hauptbereichen: AgriFood, Gesundheit und Umwelt. Darüber hinaus gibt es übergreifende Expertisen in Bereichen wie Sensoren, digitale Zwillinge, Datenplattformen und praktische Anwendungen. Neben den Innovationsprojekten strebt OnePlanet eine breitere gesellschaftliche Wirkung an. Dies geschieht unter anderem durch OpenEducatie, ein Programm für kleine und mittlere Unternehmen und Initiativen, um Bürger in Forschung und Technologieentwicklung einzubeziehen, beispielsweise durch Bürgerwissenschaft. Auf diese Weise versucht OnePlanet, die Technologieentwicklung mit Bildung, Unternehmen, Nutzern und gesellschaftlichen Akteuren zu verknüpfen.

Breiter Evaluationsansatz

Dialogic führte die Wirkungsevaluation anhand von zwei Hauptfragen durch. Erstens: Wie hat sich OnePlanet im Vergleich zu den bei der Subventionsvergabe durch die Provinz Gelderland vereinbarten Output-Indikatoren entwickelt? Zweitens: Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat OnePlanet bisher realisiert und welche sind vernünftigerweise zu erwarten? Für die Evaluation kombinierten wir verschiedene Forschungsmethoden. Wir führten eine ausführliche Literaturrecherche durch, einschließlich einer Analyse der vereinbarten Output-Indikatoren. Darüber hinaus führten wir Gespräche mit verschiedenen Gruppen von Interessenträgern und führten eine Umfrage unter Projektleitern von OnePlanet durch. Zur Vertiefung führten wir zusätzliche Analysen durch, darunter eine Netzwerkanalyse basierend auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen, eine Analyse des Beitrags von Veröffentlichungen zu den Nachhaltigkeitszielen und eine Medienanalyse. Ein wichtiger Bestandteil der Evaluation war die Rekonstruktion der Art und Weise, wie OnePlanet beabsichtigt, Auswirkungen zu erzielen. Dialogic hat dazu auch eine Theory of Change erstellt. Diese hilft, die Beziehung zwischen Ressourcen, Aktivitäten, Output, Ergebnissen und gesellschaftlicher Wirkung expliziter zu machen. Ein solches Wirkungsmodell ist wichtig, um besser zu verstehen, auf welchen Wegen OnePlanet gesellschaftlichen Mehrwert schaffen kann, und um zukünftige Überwachung und Bewertung schärfer zu gestalten.

Hoffnungsvolles Zentrum, aber Wirkung braucht Zeit

Unsere Gesamtschlussfolgerung ist, dass OnePlanet, auch dank des Provinzbeitrags, ein schönes und vielversprechendes Innovationszentrum mit einem gesellschaftlichen Wirkungsauftrag aufgebaut hat. OnePlanet ist effektiv darin, vor allem öffentliche Mittel anzuziehen, nutzt den Hebeleffekt der Provinzsubvention und liegt für die Mehrheit der vereinbarten Output-Indikatoren im Zeitplan. Bis Ende 2024 hatte OnePlanet die Sollwerte für 10 der 16 Output-Indikatoren erreicht. Drei weitere Indikatoren sind in greifbarer Nähe. Auch das Patentportfolio entwickelt sich positiv und das Ziel dafür ist fast erreicht. Gleichzeitig gibt es Punkte, auf die geachtet werden muss. So hinkt die Anzahl der Veröffentlichungen voraussichtlich hinter dem ursprünglichen Sollwert zurück. Dies muss nicht zwangsläufig problematisch sein, da sich OnePlanet stark auf Technologieentwicklung, Kommerzialisierung und Valorisation konzentriert. Auch das Ziel für Ausgründungen und Start-ups wurde noch nicht erreicht, obwohl sich einige vielversprechende Projekte in der Pipeline befinden. OnePlanet hat in den letzten Jahren mehr Fokus in sein Portfolio gebracht. Das Zentrum setzt stark auf eine begrenzte Anzahl sogenannter „Blockbuster“: vielversprechende Anwendungen mit großem Potenzial für gesellschaftliche Wirkung. Beispiele sind die intelligente WC-Brille, die schluckbare Sensorskapsel und die Technologie zur Messung von Stickstoff. Wenn einige dieser Projekte erfolgreich in Anwendungen und Skalierung umgesetzt werden, kann die gesellschaftliche Wirkung erheblich sein. Gleichzeitig kommen wir zu dem Schluss, dass die derzeit realisierte gesellschaftliche Wirkung in Gelderland bisher bescheiden ist. Dies hängt teilweise mit der Art des Innovationsprozesses zusammen. Die Entwicklung von Chip-Technologie und digitalen Anwendungen bis hin zur Markteinführung und gesellschaftlichen Anwendung ist komplex und zeitaufwendig. Viele Ergebnisse befinden sich noch auf der Output-Ebene: es gibt Projekte, Prototypen, Kooperationen, Veröffentlichungen und Patente, aber die konkreten gesellschaftlichen Auswirkungen müssen in vielen Fällen noch folgen.

Aufmerksamkeit auf Impact-Strategie und Valorisation

Ein wichtiges Evaluationsergebnis ist, dass OnePlanet sich aktiv darum bemüht, gesellschaftliche Wirkung zu erzielen, aber ein vollständig ausgearbeitetes Wirkungsmodell und explizite Wirkungspfade bisher fehlen. Daher ist nicht immer klar, wie Aktivitäten und Ergebnisse zu gesellschaftlichen Auswirkungen führen sollen. Das von Dialogic entwickelte Wirkungsmodell bietet hierfür einen Ansatzpunkt. Es kann OnePlanet und der Provinz helfen, präziser zu formulieren, welche Funktionen OnePlanet im Gelderländischen Wissens- und Innovationslandschaft erfüllt, welche Wirkung realistisch ist und wann diese erwartet werden kann. Auch die zukünftige Finanzierung erfordert Aufmerksamkeit. OnePlanet gelingt es immer besser, öffentliche Mittel für Forschung und Innovation zu gewinnen. Damit wird die Provinzsubvention erfolgreich als Hebel genutzt. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Generierung von Einnahmen durch industrielle Zusammenarbeit mehr Zeit in Anspruch nimmt als ursprünglich erwartet. Für die nachhaltige Finanzierung von OnePlanet ist es daher wichtig, dass Valorisationstrajekte mit industriellen Partnern weiter gestärkt werden und dass der Innovationsprozess gut gefüllt bleibt.

Empfehlungen für die nächste Phase

Basierend auf der Evaluation empfehlen wir OnePlanet, ein vollständiges Wirkungsmodell zu entwickeln und umzusetzen, vorzugsweise auf Basis der von Dialogic vorgeschlagenen Theory of Change. Darin können Inputs, Aktivitäten und Outputs mit Ergebnissen und Auswirkungen verknüpft werden. Zudem kann OnePlanet Wirkungspfade ausarbeiten, um strategische Entscheidungen besser zu rechtfertigen und zu begründen. Darüber hinaus empfehlen wir, sich weiterhin auf Valorisation zu konzentrieren. Die aktuell bearbeiteten Blockbuster sind wichtige Testfälle, aber für die langfristige Perspektive ist es notwendig, dass ausreichend neue vielversprechende Trajekte entstehen. Dabei verdient das Gleichgewicht zwischen öffentlicher Finanzierung und industrieller Zusammenarbeit besondere Aufmerksamkeit. Für die Provinz Gelderland empfehlen wir, die Output-Indikatoren gegebenenfalls zu überarbeiten und stärker mit den beabsichtigten Kernfunktionen, dem Wirkungsmodell und den Wirkungspfaden von OnePlanet zu verknüpfen. Indikatoren für industrielle Zusammenarbeit, Ökosystemintegration und gesellschaftliche Wirkung könnten dabei wertvoll sein. Zudem kann OnePlanet den jährlichen Bericht über realisierte und erwartete Wirkung weiter verbessern. Abschließend empfehlen wir OnePlanet, weiterhin in OpenEducatie, das mkb-Programm und Bürgerwissenschaft zu investieren. Diese Umsetzungslinien tragen positiv zur gesellschaftlichen Wirkung von OnePlanet bei und stärken die Verbindung zu Bildung, Unternehmen, Bürgern und Nutzern. Auch ein professionelleres Datenverwaltungssystem, Analysetechniken und Berichterstattung können zu effizienterer Rechenschaftspflicht und besserer Steuerung beitragen. Die Evaluation zeigt, dass OnePlanet eine solide Basis geschaffen hat. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, inwieweit das aufgebaute Wissen, die Technologie und die Zusammenarbeit in konkrete gesellschaftliche Wirkung umgesetzt werden. Gerade deshalb ist es wichtig, die Wirkungsambitionen jetzt deutlicher zu formulieren, zu überwachen und mit strategischen Entscheidungen für die Zukunft zu verknüpfen.