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Dialogic bewertet OnePlanet Research Center: vielversprechendes Innovationszentrum mit gesellschaftlichem Auftrag zur Wirkung
Wie können Chip-Technologie, Sensoren und digitale Anwendungen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Umwelt beitragen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des OnePlanet Research Center. Seit 2019 arbeitet OnePlanet von Wageningen und Nijmegen aus an technologischen Innovationen mit einem klaren gesellschaftlichen Auftrag. Im Auftrag der Provinz Gelderland hat Dialogic eine Wirkungsevaluation von OnePlanet durchgeführt. Dabei haben wir sowohl die Entwicklung von OnePlanet als Innovationszentrum als auch die gesellschaftlichen Auswirkungen, die bereits sichtbar sind oder vernünftigerweise erwartet werden können, betrachtet.OnePlanet entstand 2019 aus einer Zusammenarbeit zwischen imec, der Radboud-Universität, dem Radboudumc und der Wageningen-Universität & Forschung. Die Stärke des Zentrums liegt in der Kombination von technologischer Expertise im Bereich Mikrochips und Sensoren mit Fachwissen in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Umwelt. OnePlanet konzentriert sich auf Anwendungen wie intelligente Messgeräte, digitales Monitoring und neue Formen datengesteuerter Innovationen.
Die Provinz Gelderland spielte seit Beginn eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von OnePlanet. Für den achtjährigen Programmzeitraum 2019–2027 stellte die Provinz eine Subvention in Höhe von bis zu €65 Millionen zur Verfügung. Dieser erhebliche finanzielle Beitrag sollte zudem als Hebel für zusätzliche Einnahmen aus öffentlich-privaten Partnerschaften, industrieller Zusammenarbeit, Projekten des Nationalen Wachstumsfonds und Forschungsfinanzierung dienen. Der Gesamthaushalt von OnePlanet für diesen Zeitraum beläuft sich auf über €137 Millionen.
Von Ambition zum Innovationszentrum
In etwas mehr als sechs Jahren hat sich OnePlanet zu einem erkennbaren Innovationszentrum für Chip- und digitale Technologien in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Umwelt entwickelt. Ende 2024 hatte OnePlanet 121 Vollzeitstellen, einen Jahresumsatz von ca. €21 Millionen und ein großes Netzwerk an Kooperationspartnern. Das Zentrum arbeitet in drei Hauptschwerpunkten: AgriFood, Gesundheit und Umwelt. Darüber hinaus gibt es Querschnitts-Expertisen in Bereichen wie Sensoren, digitale Zwillinge, Datenplattformen und praxisbezogene Anwendungen.Neben den Innovationsprojekten strebt OnePlanet auch eine breitere gesellschaftliche Wirkung an. Dies geschieht unter anderem durch OpenEducatie, ein KMU-Programm und Initiativen, um Bürger in Forschung und Technologieentwicklung einzubinden, z. B. über Bürgerwissenschaften. Auf diese Weise versucht OnePlanet, die Technologieentwicklung mit Bildung, Unternehmen, Nutzern und gesellschaftlichen Parteien zu verknüpfen.
Umfassender Evaluationsansatz
Dialogic führte die Wirkungsevaluation anhand von zwei Hauptfragen durch. Erstens: Wie hat sich OnePlanet im Vergleich zu den Output-Indikatoren entwickelt, die bei der Subventionsvergabe mit der Provinz Gelderland vereinbart wurden? Zweitens: Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat OnePlanet mittlerweile erzielt und welche Effekte sind vernünftigerweise zu erwarten?Für die Evaluation kombinierten wir verschiedene Forschungsmethoden. Wir führten eine umfassende Literaturstudie durch, einschließlich einer Analyse der vereinbarten Output-Indikatoren. Darüber hinaus sprachen wir mit verschiedenen Stakeholder-Kategorien und führten eine Umfrage unter Projekt-Verantwortlichen bei OnePlanet durch. Zur Vertiefung führten wir zusätzliche Analysen durch, darunter eine Netzwerkanalyse auf der Basis wissenschaftlicher Veröffentlichungen, eine Analyse des Beitrags von Veröffentlichungen zu den Sustainable Development Goals und eine Medienanalyse.
Ein wichtiger Bestandteil der Evaluation war die Rekonstruktion der Art und Weise, wie OnePlanet beabsichtigt, Wirkung zu erzielen. Dialogic hat dafür auch eine Theory of Change erstellt. Diese hilft dabei, die Beziehung zwischen Ressourcen, Aktivitäten, Output, Ergebnissen und gesellschaftlicher Wirkung expliziter zu machen. Ein solches Wirkungsmodell ist wichtig, um besser zu verstehen, auf welchen Wegen OnePlanet gesellschaftlichen Mehrwert schaffen kann, und um zukünftige Überwachung und Evaluation schärfer zu gestalten.
Vielversprechendes Zentrum, aber Wirkung braucht Zeit
Unsere allgemeine Schlussfolgerung ist, dass OnePlanet, auch dank des provinzialen Beitrags, ein schönes und vielversprechendes Innovationszentrum mit einem gesellschaftlichen Wirkungsauftrag geschaffen hat. OnePlanet ist erfolgreich darin, vor allem öffentliche Mittel anzuziehen, nutzt den Hebel der provinzialen Subvention und liegt für die meisten vereinbarten Output-Indikatoren im Zeitplan.Ende 2024 hatte OnePlanet die Zielwerte für 10 von 16 Output-Indikatoren erreicht. Drei weitere Indikatoren sind in greifbarer Nähe. Auch das Patentportfolio entwickelt sich positiv und das Ziel ist fast erreicht. Gleichzeitig gibt es Punkte, auf die geachtet werden sollte. So bleibt die Anzahl der Veröffentlichungen voraussichtlich hinter dem ursprünglichen Zielwert zurück. Dies muss nicht unbedingt problematisch sein, da sich OnePlanet stark auf Technologieentwicklung, Kommerzialisierung und Valorisation konzentriert. Auch das Ziel für Ausgründungen und Startups wurde noch nicht erreicht, obwohl sich einige vielversprechende Projekte in der Pipeline befinden.
In den letzten Jahren hat OnePlanet mehr Fokus in sein Portfolio gebracht. Das Zentrum setzt stark auf eine begrenzte Anzahl sogenannter 'Blockbuster': vielversprechende Anwendungen mit großem Potenzial für gesellschaftliche Wirkung. Beispiele sind die intelligente Toilettenbrille, die verschluckbare Sensorschicht und Technologie zur Stickstoffmessung. Wenn einige dieser Projekte erfolgreich zur Anwendung und Skalierung gebracht werden, kann die gesellschaftliche Wirkung erheblich sein.
Gleichzeitig kommen wir zu dem Schluss, dass die bisher realisierte gesellschaftliche Wirkung in Gelderland bisher bescheiden ist. Dies hängt teilweise mit der Art des Innovationsprozesses zusammen. Die Entwicklung von Chip-Technologie und digitalen Anwendungen bis hin zur Markteinführung und gesellschaftlichen Anwendung ist komplex und zeitaufwendig. Viele Ergebnisse befinden sich noch auf der Outputebene: Es gibt Projekte, Prototypen, Kooperationen, Veröffentlichungen und Patente, aber die konkreten gesellschaftlichen Auswirkungen müssen meist noch folgen.
Beachtung der Wirkungsstrategie und Valorisation
Ein wichtiger Punkt aus der Evaluation ist, dass sich OnePlanet aktiv bemüht, gesellschaftliche Auswirkungen zu erzielen, aber bisher ein vollständig ausgearbeitetes Wirkungsmodell und explizite Wirkungspfade fehlen. Daher ist nicht immer klar, wie Aktivitäten und Ergebnisse zu gesellschaftlichen Effekten führen sollen. Das von Dialogic entwickelte Wirkungsmodell bietet hierfür einen Ansatzpunkt. Es kann OnePlanet und der Provinz helfen, genauer zu formulieren, welche Funktionen OnePlanet im Gelderländischen Wissens- und Innovationsumfeld erfüllt, welche Wirkung realistisch ist und in welchem Zeitrahmen diese erwartet werden kann.Auch die zukünftige Finanzierung erfordert Aufmerksamkeit. OnePlanet gelingt es immer besser, öffentliche Mittel für Forschung und Innovation anzuziehen. Dadurch wird die provinziale Subvention erfolgreich als Hebel genutzt. Gleichzeitig erweist es sich als zeitaufwändiger als erwartet, Einnahmen durch industrielle Zusammenarbeit zu erzielen. Für die nachhaltige Finanzierung von OnePlanet ist es daher wichtig, dass die Valorisation mit Industriepartnern weiter gestärkt wird und der Innovationsprozess ausreichend gefüllt bleibt.
Empfehlungen für die nächste Phase
Basierend auf der Evaluation empfehlen wir OnePlanet, ein vollständiges Wirkungsmodell zu entwickeln und zu implementieren, vorzugsweise auf Basis der von Dialogic vorgeschlagenen Theory of Change. Darin können Inputs, Aktivitäten und Outputs mit Ergebnissen und Auswirkungen verknüpft werden. Außerdem kann OnePlanet Wirkungspfade entwickeln, um strategische Entscheidungen besser zu begründen und zu rechtfertigen.Darüber hinaus empfehlen wir, sich weiterhin auf die Valorisation zu konzentrieren. Die aktuellen Blockbuster sind wichtige Testfälle, aber für die langfristige Perspektive ist es notwendig, dass ausreichend neue vielversprechende Projekte entstehen. Dabei verdient das Gleichgewicht zwischen öffentlicher Finanzierung und industrieller Zusammenarbeit besondere Aufmerksamkeit.
Für die Provinz Gelderland empfehlen wir, die Output-Indikatoren bei Bedarf zu überarbeiten und stärker mit den beabsichtigten Kernfunktionen, dem Wirkungsmodell und den Wirkungspfaden von OnePlanet zu verbinden. Indikatoren für industrielle Zusammenarbeit, Ökosystemintegration und gesellschaftliche Wirkung können dabei wertvoll sein. Auch kann OnePlanet die jährliche Erläuterung der realisierten und erwarteten Wirkung weiter verbessern.
Abschließend empfehlen wir OnePlanet, weiter in OpenEducatie, das KMU-Programm und Bürgerwissenschaft zu investieren. Diese Umsetzungslinien tragen positiv zur gesellschaftlichen Wirkung von OnePlanet bei und stärken die Verbindung zu Bildung, Unternehmen, Bürgern und Nutzern. Auch ein professionelleres System für Datensammlung, -analyse und -berichterstattung kann zu einer effizienteren Rechenschaftspflicht und besseren Steuerung beitragen.
Die Evaluation zeigt, dass OnePlanet eine solide Basis geschaffen hat. Die nächsten Jahre werden entscheidend dafür sein, inwieweit das aufgebaute Wissen, die Technologie und die Zusammenarbeit in konkrete gesellschaftliche Auswirkungen umgesetzt werden. Gerade deshalb ist es wichtig, die Wirkungsambitionen jetzt schärfer zu konkretisieren, zu überwachen und mit strategischen Entscheidungen für die Zukunft zu verknüpfen.


