12.12.2022

Invest-NL kann zu gesellschaftlichen Übergängen beitragen, aber nicht in allen Fällen.

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Am 8. Dezember hat der Minister für Wirtschaft und Klima die Zwischenevaluierung von Invest-NL, die Dialogic in Zusammenarbeit mit Prof. Peter Roosenboom (RSM-EUR) durchgeführt hat, der Ersten und Zweiten Kammer vorgelegt und mit einer Politikreaktion versehen.

Invest-NL in Kürze:

Mit der Gründung von Invest-NL Ende 2019 verfügt die Niederlande (erneut) über eine nationale Finanzierungs- und Entwicklungseinrichtung oder National Promotional Institution (NPI). Gemäß dem Invest-NL-Ermächtigungsgesetz soll Invest-NL dazu beitragen, gesellschaftliche Transformationsaufgaben durch Unternehmen zu finanzieren und umzusetzen sowie den Zugang zur Unternehmensfinanzierung zu ermöglichen, wenn der Markt hierfür nicht ausreichend vorhanden ist. Invest-NL verfügt über eine Finanzierungsaufgabe und eine Entwicklungsaufgabe, die jeweils in den privaten Unternehmen Invest-NL Capital und Invest-NL Business Development angesiedelt sind.

Für die Finanzierungsaufgabe ("Capital") konnte Invest-NL zum Zeitpunkt der Gründung über ein Budget von 1,7 Milliarden Euro verfügen. Bis Ende September 2022 hat Invest-NL 605 Millionen Euro an Investitionsvolumen verpflichtet. Davon wurden 37% durch Beteiligungen und Darlehen direkt investiert (225 Millionen Euro), während 63% indirekte Investitionen über Fondsmittel (380 Millionen Euro) betreffen. Der Anteil der direkten Investitionen ist damit von 15% im Jahr 2020 auf die genannten 37% im Jahr 2022 gestiegen, und es wird erwartet, dass dieser Prozentsatz weiter zunimmt. Bis zum 21. September 2022 wurden insgesamt 52 Investitionen in Fonds und Unternehmen getätigt. Für die Entwicklungsaufgabe stellt das Ministerium für Wirtschaft jährlich etwa 10 Millionen Euro an Zuschüssen zur Verfügung. Die Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungsaufgabe ("Business Development") umfassen: 1) Marktforschung und -entwicklung zur Erweiterung des Wissens über spezifische Teilmärkte und die Finanzierbarkeit innovativer Unternehmen; 2) Die Beratung und Unterstützung von Unternehmern/Unternehmen bei der Lösung von Problemen und dem Aufbau von innovativen Unternehmen (Begleitung von Vorschlägen zur Erhöhung der Finanzierbarkeit), sowie; 3) Die Entwicklung neuer Finanzierungsinstrumente (Finanzproduktentwicklung). Invest-NL hat allmählich spezifischere Themen gewählt, nämlich: 1) Energie/Ventures; 2) Energie/Projekte; 3) Bio/Kreislauf; 4) Agrar-Lebensmittel und 5) Life Sciences & Gesundheit. Innerhalb dieser Themen setzt Invest-NL hauptsächlich auf die Ziele der Transition auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Neutralität. Deep Tech und die Stärkung des Angebots an Risikokapital für innovative Start-ups und Scale-ups sind als (allgemeine) Themen 6 und 7 gekennzeichnet.

In der Zeit von April bis September 2022 hat Dialogic untersucht, inwieweit Invest-NL die im Ermächtigungsgesetz festgelegten Aufgaben erfüllt hat, welche Ergebnisse Invest-NL erzielt hat und welchen Mehrwert Invest-NL bietet. Diese Zwischenevaluierung hat den Charakter eines "Blicks unter die Motorhaube" von Invest-NL. Für die Evaluation wurden neben Literaturstudien auch Projektinformationen analysiert (unter anderem zur Rekonstruktion des Funnels von Invest-NL Capital und Invest-NL Business Development), eine bescheidene Aktenanalyse durchgeführt und 40 Personen (Stakeholder, Experten) interviewt.

Eine der Schlussfolgerungen ist, dass das Mandat, das Invest-NL zu Beginn erhalten hat, Invest-NL ausreichend Spielraum bietet. Gleichzeitig wurde jedoch auch festgestellt, dass es einen gewissen Spielraum oder einen Handlungsspielraum für Invest-NL gibt, um Investitionen zu tätigen, die zur gesellschaftlichen Transformation beitragen, dieser aber begrenzt ist. Um festzustellen, wie groß der tatsächliche Handlungsspielraum (Operating Window) von Invest-NL für direkte und indirekte Finanzierungen ist, wurden drei Perspektiven zur Marktüblichkeit identifiziert, nämlich eine (1) wirtschaftliche Perspektive, (2) eine perspektive des staatlichen Beihilferechts und (3) eine stimulierende Perspektive. Je nach gewählter Perspektive besteht grundsätzlich ein kleinerer (1. Perspektive) oder größerer Handlungsspielraum (2. und 3. Perspektive) für Invest-NL zur Finanzierung. Bei einer strikten wirtschaftlichen Definition der Marktüblichkeit sind die drei Anforderungen an das Funktionieren von Invest-NL (Marktüblichkeit, Zusätzlichkeit und die Behebung von Marktversagen) schwer miteinander in Einklang zu bringen. In allen Fällen gibt es nur wenige Situationen, in denen Marktversagen, Zusätzlichkeit und marktkonforme staatliche Beihilfe in technischem Sinne (keine unzulässige staatliche Beihilfe) vorliegen. Dies spiegelt sich in der Praxis von Invest-NL wider. Dies in Verbindung mit dem strategischen Fokus und der Anlagepolitik von Invest-NL bedeutet, dass eine relativ geringe Anzahl von Anträgen (für direkte Finanzierungen) genau in den Handlungsspielraum von Invest-NL passt. Dennoch wurde auch festgestellt, dass Invest-NL ein wichtiges Instrument im "Werkzeugkasten" der Regierung ist. Natürlich begrenzen die Rahmenbedingungen die Möglichkeiten von Invest-NL zu investieren, so dass unter den aktuellen Marktbedingungen nur eine begrenzte Anzahl von investierbaren Fällen übrig bleibt. Wenn sich jedoch die Kapitalmärkte schlechter entwickeln, wird der Spielraum (und der Mehrwert) von Invest-NL deutlich größer. Es wurde auch festgestellt, dass eine breitere Verfügbarkeit von Risikokapital in den Transititionsbereichen Kreislaufwirtschaft und CO2-Neutralität (und in geringerem Maße im Gesundheitswesen) sicherlich nicht schaden kann.

Auf Grundlage der durchgeführten Analyse wurde kein akuter Bedarf festgestellt, das Mandat für Invest-NL kurzfristig anzupassen. Eine der Empfehlungen lautet jedoch, einige Punkte zu klären und Invest-NL dabei zu unterstützen, ein klareres Profil auf dem Markt aufzubauen. Dazu gehört unter anderem eine klarere Definition dessen, was unter Marktkonformität zu verstehen ist (Invest-NL in Absprache mit den Ministerien für Finanzen/Wirtschaft) und welches Renditeniveau von Invest-NL erwartet wird (Ministerium für Finanzen). Die Festlegung einer Renditenorm ist vor allem als Signal an den Markt wichtig, dass Invest-NL einerseits keine Subventionen gewährt und andererseits bei ausreichend großer gesellschaftlicher Wirkung auch dann finanzieren kann, wenn private Parteien dies nicht oder nicht ausreichend können. Es wurde auch empfohlen, die derzeitige Vorgehensweise und Strategiebildung von Invest-NL in einigen Punkten zu verbessern. Hierbei geht es um die Verbesserung der Effizienz des Bewertungsprozesses von Finanzierungsanträgen, indem klar kommuniziert wird, wofür Invest-NL steht und welcher Art von Vorschlag Invest-NL unterstützen kann. Dies könnte dazu führen, dass die Zahl der Anträge abnimmt - ein Prozess, der bereits begonnen hat - und die "Konversion" zunimmt. Neben einem effizienteren Prozess in betriebswirtschaftlicher Hinsicht kann dies auch zu einer sorgfältigen und transparenten Entscheidungsfindung bei der Genehmigung von Finanzierungsanträgen beitragen. Dies erfordert auch eine klare Investitionsabgrenzung und -strategie. Wir sehen, dass Invest-NL ihre Aktivitäten zunehmend präziser abgrenzt, jedoch ist diese Abgrenzung und Strategie noch nicht in allen Punkten ausreichend klar oder wird nicht ausreichend deutlich kommuniziert (zum Beispiel im Bereich Life Sciences und Gesundheit).

Ein vollständiger Überblick über Schlussfolgerungen und Empfehlungen kann in der Managementzusammenfassung der Evaluierung und im Kapitel 6 des Hauptberichts eingesehen werden.

Möchten Sie mehr über diese Studie erfahren? Dann wenden Sie sich an Pim den Hertog.