15.7.2025

Interview mit Emma Urselmann und Iris van Vugt

In den vergangenen sechs Monaten hat Dialogic zwei Untersuchungen im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft durchgeführt zum Thema nachhaltige Digitalisierung in den Niederlanden. Die technologischen Entwicklungen sind rasant, werfen aber auch wichtige Fragen auf. Was bedeutet dieses digitale Wachstum für die Umwelt? Wie können wir den digitalen Sektor zukunftssicher und nachhaltig gestalten? Um diesen Fragen eine Richtung zu geben, hat die niederländische Regierung den Aktionsplan für nachhaltige Digitalisierung entwickelt. Die Erkenntnisse aus den beiden Dialogic-Untersuchungen bilden dabei wichtige Input für diesen Plan. Forscherin Emma hat die Nachhaltigkeit von künstlicher Intelligenz (KI) untersucht, während Iris an einer Studie zur Überwachung eines nachhaltigen digitalen Sektors gearbeitet hat. In einem Interview erzählen Emma und Iris, warum sie sich für dieses Thema interessieren und was ihnen während der Untersuchung am meisten in Erinnerung geblieben ist.

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Warum ist das Thema wichtig?

Was diese Studien wirklich spannend macht, ist wie aktuell und viel diskutiert das Thema ist. Der Einfluss von KI auf den Energieverbrauch und die Emissionen steht voll im Rampenlicht - es erscheinen fast täglich Meinungsartikel und Artikel dazu. Gerade deshalb war es eine schöne Herausforderung, all diese Informationen zu ordnen: Welche Studien sind tatsächlich noch relevant in diesem schnelllebigen Kontext?

In Meinungsartikeln und Artikeln werden regelmäßig Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit von KI geäußert, aber es existieren auch viele Missverständnisse. Die aktuellen Studien sind daher wichtig, um bestehende Ansichten über KI und Rechenzentren zu hinterfragen. Dies hilft dabei, ein besseres Verständnis für die tatsächlichen Umweltauswirkungen von KI zu erhalten, was wiederum dabei hilft zu bestimmen, worauf man setzen sollte, um KI nachhaltiger zu gestalten.

Was fandet ihr am Thema interessant?

Emma: Ich fand diese Untersuchung persönlich sehr interessant, weil wir nicht nur die aktuelle Situation betrachtet haben, sondern auch vorausgeschaut haben: Wie wird sich KI in den kommenden Jahren entwickeln, was bedeutet das für den Energieverbrauch und die Emissionen, und welche technologischen, wirtschaftlichen oder politischen Faktoren werden dabei eine Rolle spielen? Durch diesen zukunftsorientierten Blick konnte die Untersuchung wirklich einen Beitrag zur breiteren Debatte über Nachhaltigkeit und Digitalisierung leisten.

Iris: Neben der Untersuchung der Auswirkungen von KI und Rechenzentren auf die Nachhaltigkeit ist es auch wichtig, auf die Auswirkungen des digitalen Sektors als Ganzes zu schauen. Die Untersuchung, an der ich teilgenommen habe, konzentrierte sich auf eine breitere Perspektive: das Erfassen der Emissionen und des Wasser- und Rohstoffverbrauchs des gesamten digitalen Sektors in den Niederlanden. Um dies gründlich untersuchen zu können, ist es wichtig zunächst festzulegen, was genau zum digitalen Sektor gehört. Welche Bestandteile gehören dazu und bei welchen Prozessen entstehen die meisten Emissionen? Durch Beantwortung dieser Fragen entsteht ein Überblick über den Sektor als Ganzes. Dadurch kann der Einfluss von Rechenzentren im Verhältnis zu den anderen Bestandteilen des digitalen Sektors betrachtet werden, wie der Nutzung von Netzwerken und digitalen Geräten.

Wie habt ihr die Untersuchungen angepackt?

Emma: Für diese Untersuchung brachte Dialogic Wissen und Expertise aus verschiedenen Bereichen zusammen. Sechs Kollegen arbeiteten an dem Projekt mit, und wir arbeiteten mit Experten von der Universität Utrecht und einem Rechenzentrumspezialisten zusammen. Es war eine Herausforderung, die tiefschürfenden Analysen aller zu kombinieren und in einem kohärenten Bericht zusammenzuführen, aber es hat definitiv zur Qualität der Untersuchung beigetragen. Dialogic zeigt damit, komplexe Fragestellungen gründlich und aus verschiedenen Blickwinkeln angehen zu können.

Iris: Die Analyse des digitalen Sektors in den Niederlanden haben wir in der Untersuchung sehr systematisch durchgeführt, anhand von 'Impactpfaden'. Im Großen und Ganzen bedeutet das, dass wir für jedes Element und Subelement des Sektors bestimmt haben, welche Auswirkungen es gibt, in Form von Emissionen, Rohstoffverbrauch und/oder Wasserverbrauch. Es ist sehr interessant, sich damit intensiv auseinanderzusetzen. Durch diese systematische Analyse konnten wir bestimmen, welche Teile des digitalen Sektors am relevantesten sind, um sie zu überwachen.

Welche Gedanken hat euch die Untersuchung nahegebracht?

Emma: In beiden Untersuchungen wurde deutlich, dass das Monitoring sowohl von KI als auch des gesamten digitalen Sektors hinsichtlich Nachhaltigkeit noch in einem frühen Stadium steckt. Es müssen noch viele Schritte unternommen werden, um den Einfluss genau erfassen zu können. Speziell für Rechenzentren sind zum Beispiel Informationen zum Energieverbrauch bis zu einem gewissen Grad über die EED-Berichterstattungen verfügbar, aber es bleibt eine große Herausforderung, die Kapazität eines Rechenzentrums, das für KI eingesetzt wird, zu erfassen. Zudem sind Informationen über die Energiemischung von Rechenzentren ebenfalls begrenzt.

Iris: Der digitale Sektor verursacht Emissionen, kann aber auch zur Nachhaltigkeit beitragen. So kann KI auch eingesetzt werden, um Prozesse effizienter zu gestalten und dadurch weniger Emissionen zu verursachen. Bei der Überwachung des digitalen Sektors wäre es schön, wenn wir sowohl die Emissionen als auch die Einsparungen bei den Emissionen erfassen könnten.

Mehr über die Untersuchungen erfahren? Lesen Sie die Berichte über 'Die Auswirkungen von KI auf Nachhaltigkeit und deren Überwachung' und 'Daten über nachhaltige Digitalisierung'.

Technologie ist erst dann wertvoll, wenn sie sich mit der Art und Weise verbindet, wie Menschen arbeiten und lernen.

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Emma Urselmann, onderzoeker / adviseur

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